Ratgeber · Stand: Oktober 2026
Einbürgerungstest: Ablauf, Fragen, Kosten und Anmeldung
Mit dem Einbürgerungstest weist du nach, dass du die Rechts- und Gesellschaftsordnung und die Lebensverhältnisse in Deutschland kennst – eine Voraussetzung für die Einbürgerung. Hier steht, wie der Test abläuft, was er kostet und wie du dich vorbereitest.
Das Wichtigste in Kürze
| Anzahl der Fragen | 33 (30 allgemeine Fragen und 3 Fragen zum Bundesland) |
|---|---|
| Bearbeitungszeit | 60 Minuten |
| Bestanden ab | 17 richtigen Antworten |
| Antwortformat | Multiple Choice: 4 Antworten, genau eine ist richtig |
| Fragenkatalog | 460 Fragen: 300 bundesweite und 160 bundeslandspezifische (10 je Bundesland); für dich gelten 310 |
| Kosten | 25 Euro |
| Anmeldung | bei einer Prüfstelle des BAMF, z. B. einer Volkshochschule |
| Ergebnis | Bescheinigung des BAMF über das persönliche Testergebnis |
Wie läuft der Einbürgerungstest ab?
In der Prüfung bekommst du ein Testheft mit 33 Fragen und hast 60 Minuten Zeit. Zu jeder Frage gibt es vier Antworten, von denen genau eine richtig ist. Wenn du mindestens 17 Fragen richtig beantwortest, hast du bestanden. Anschließend schickt dir das BAMF eine Bescheinigung über dein Testergebnis; damit weist du bei der Einbürgerungsbehörde die staatsbürgerlichen Kenntnisse nach. Wer weniger als 17 Fragen richtig hat, kann den Test wiederholen.
Ausgewertet werden die Tests vom BAMF. Bis zu welchem Prüfungsdatum die Tests aktuell ausgewertet sind, veröffentlicht das BAMF auf seiner Seite zur Einbürgerung.
Welche Fragen kommen im Test?
Alle Fragen stammen aus dem öffentlichen Gesamtfragenkatalog. Er umfasst insgesamt 460 Fragen: 300 bundesweite Fragen zu den Themenfeldern „Leben in der Demokratie“, „Geschichte und Verantwortung“ und „Mensch und Gesellschaft“ sowie 160 bundeslandspezifische – 10 für jedes der 16 Bundesländer. Für dich gelten davon 310: die 300 allgemeinen und die 10 deines Bundeslands. Im Test kommen 30 allgemeine Fragen und 3 Fragen zu dem Bundesland, in dem du mit Erstwohnsitz gemeldet bist.
Alle Fragen mit Antworten: die 300 allgemeinen Fragen, die Fragen nach Bundesland und die Fragen nach Thema.
Wo und wie meldet man sich an?
Zum Einbürgerungstest meldest du dich direkt bei einer Prüfstelle des BAMF an, zum Beispiel bei einer Volkshochschule. Deine Einbürgerungsbehörde berät dich zu Prüfstellen in deiner Nähe. Das BAMF veröffentlicht für jedes Bundesland eine Liste der Prüfstellen:
Baden-Württemberg · Bayern · Berlin · Brandenburg · Bremen · Hamburg · Hessen · Mecklenburg-Vorpommern · Niedersachsen · Nordrhein-Westfalen · Rheinland-Pfalz · Saarland · Sachsen · Sachsen-Anhalt · Schleswig-Holstein · Thüringen
Bring am Prüfungstag ein gültiges Ausweisdokument mit Lichtbild mit.
Was kostet der Einbürgerungstest?
Die Teilnahme am Einbürgerungstest kostet 25 Euro. Die Einbürgerung selbst kostet 255 Euro pro Person. Für minderjährige Kinder, die zusammen mit ihren Eltern eingebürgert werden, sind 51 Euro zu zahlen. Bei sehr geringem Einkommen oder wenn mehrere Kinder miteingebürgert werden, kann die Gebühr ermäßigt oder eine Ratenzahlung vereinbart werden.
Wer muss den Test nicht machen?
Wer einen deutschen Schulabschluss erworben hat, muss den Einbürgerungstest nicht ablegen. Ausnahmen gibt es außerdem für Menschen, die die Anforderungen wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit, einer Behinderung oder altersbedingt nicht erfüllen können.
Wer im Integrationskurs den Test „Leben in Deutschland“ mit mindestens 17 von 33 Punkten bestanden hat, kann damit ebenfalls die Kenntnisse für die Einbürgerung nachweisen. Der Gesamtfragenkatalog des BAMF gilt für beide Tests.
Voraussetzungen für die Einbürgerung
Laut BAMF besteht ein Anspruch auf Einbürgerung, wenn unter anderem folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- seit fünf Jahren gewöhnlicher und rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland
- geklärte Identität und Staatsangehörigkeit
- Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands
- ein unbefristetes oder auf Dauer angelegtes Aufenthaltsrecht
- Lebensunterhalt ohne Bürgergeld oder Sozialhilfe
- keine Verurteilung wegen einer Straftat
- Deutschkenntnisse auf Niveau B1
- Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung – in der Regel durch den Einbürgerungstest
Ausnahmen und Erleichterungen sind in bestimmten Fällen möglich. Verbindlich berät die zuständige Einbürgerungsbehörde; weitere Informationen bieten das BAMF und das Bundesministerium des Innern.
Wie bereite ich mich am besten vor?
Das BAMF empfiehlt, den Fragenkatalog im Online-Testcenter durchzuarbeiten und einen Mustertestbogen auszufüllen. Hilfreich ist außerdem, zuerst die Themen zu verstehen statt nur Antworten auswendig zu lernen – viele Fragen ähneln sich. Auf dieser Website findest du alle Fragen mit Antworten und Erklärungen; in unserer kostenlosen App kannst du zusätzlich einen Probetest mit 33 Fragen unter Prüfungsbedingungen machen und deine Fehler gezielt wiederholen.
Häufige Fragen
Wie viele Fragen muss ich im Einbürgerungstest richtig beantworten?
Der Test besteht aus 33 Fragen. Bestanden hat, wer innerhalb von 60 Minuten mindestens 17 Fragen richtig beantwortet.
Woher kommen die Fragen im Einbürgerungstest?
Alle Fragen stammen aus dem öffentlichen Gesamtfragenkatalog des BAMF. Er enthält 300 allgemeine Fragen und für jedes Bundesland 10 eigene Fragen. Im Test kommen 30 allgemeine Fragen und 3 Fragen zu dem Bundesland, in dem man mit Erstwohnsitz gemeldet ist.
Was kostet der Einbürgerungstest?
Die Teilnahme am Einbürgerungstest kostet 25 Euro. Die Einbürgerung selbst kostet 255 Euro pro Person; für minderjährige Kinder, die zusammen mit ihren Eltern eingebürgert werden, sind es 51 Euro.
Wo kann ich den Einbürgerungstest machen?
Bei den Prüfstellen des BAMF, zum Beispiel an Volkshochschulen. Die zuständige Einbürgerungsbehörde berät zu Prüfstellen in der Nähe; das BAMF veröffentlicht für jedes Bundesland eine Liste der Prüfstellen.
Was passiert, wenn ich den Test nicht bestehe?
Wer weniger als 17 Fragen richtig beantwortet, kann den Test wiederholen.
Wer muss den Einbürgerungstest nicht machen?
Wer einen deutschen Schulabschluss hat, muss den Test nicht ablegen. Ausnahmen gibt es auch für Menschen, die die Anforderungen wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit, einer Behinderung oder altersbedingt nicht erfüllen können.
Gilt der Test „Leben in Deutschland“ auch für die Einbürgerung?
Ja. Wer im Integrationskurs den Test „Leben in Deutschland“ mit mindestens 17 von 33 Punkten bestanden hat, kann damit die Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung für die Einbürgerung nachweisen.